Montag, 27. Oktober 2025

Zwei Tore, null Gegentore, ganz viel Selbstvertrauen

Was tun, wenn man ein Champions-League-Spiel in Paris verloren hat? Genau: Man spielt Freiburg einfach mal schwindelig. Die Werkself hat sich am Sonntag mit einer Selbstverständlichkeit zurückgemeldet, die man sonst nur von sehr selbstbewussten Tanzpaaren im „Let’s Dance“-Finale kennt. 2:0 gegen den SC Freiburg, vierter Ligasieg in Serie – und dabei nicht mal ins Schwitzen gekommen. Wenn man ehrlich ist: Das war nicht einfach ein Bundesliga-Spiel, das war eine Machtdemonstration mit Ansage. Wir sind zurück. Als hätten wir Paris nie gesehen.

Schon in den ersten Minuten, als Flekken gegen seine alten Kollegen zweimal stark parieren musste, konnte man es ahnen: Heute wird's kein gemütlicher Spaziergang. Doch danach? Fast schon Bayer-typisch: Ball sichern, Gegner zermürben, präzise zuschlagen. Einmal Doppelpass Garcia und Poku – zack, 1:0. Einmal Grimaldo-Flanke auf Tapsoba – bumm, 2:0. Wenn Tore so leicht aussehen, weißt du: Die Mannschaft ist im Flow.

Apropos Flow – was Ernest Poku da gerade Woche für Woche abzieht, ist ein kleines Fußballmärchen. Drei Tore in vier Spielen, und das nicht irgendwie, sondern mit Tempo, Spielwitz und Abschlussqualität. Während wir uns noch über seine Entwicklung freuen, ist der Junge auf dem besten Weg, ein fester Bestandteil unserer Offensive zu werden. Und Garcia? Der hat inzwischen vermutlich einen Kompass im Fuß. Der Spanier spielt Pässe, bei denen selbst Google Maps nachfragen würde, wie er das gemacht hat.

Garcia ist mittlerweile so zentral im Bayer-Spiel, dass man sich fragt, wie wir überhaupt ohne ihn ausgekommen sind. Rhythmus, Übersicht, Spielintelligenz – der Typ hat das komplette Ballbesitzspiel auf CD gebrannt und spielt’s jetzt in Dauerschleife ab. Dass Tapsoba nach dem Spiel zu Co-Trainer Meijer rannte, um seinen Kopfballjubel zu teilen, zeigt übrigens auch: In der Mannschaft stimmt’s. Da wird nicht nur gut gespielt – da wird auch gut gearbeitet.

Freiburg? Ehrlich gesagt: Hatten keine Chance. Klar, Anfangsphase okay, aber nach dem 1:0 wurde’s ein Nachmittag zum Vergessen für die Breisgauer. Selbst in Überzahl hätten sie vermutlich keinen Fuß mehr auf den Rasen bekommen – dumm nur, dass sie ab der 74. in Unterzahl waren. Lienhart musste nach einem Foul an Maza mit Gelb-Rot runter, und das war’s dann endgültig mit jeder Freiburger Hoffnung.

Und dann war da noch: das Schick-Comeback. Über vier Wochen verletzt, jetzt zurück auf dem Platz – noch nicht entscheidend, aber allein sein Name auf dem Spielberichtsbogen fühlt sich gut an. Wenn er wieder voll fit ist, kann's ganz schnell wieder klingeln.

Unterm Strich: souverän, abgezockt, reif. Das war nicht spektakulär, aber extrem erwachsen. Und das Beste daran: Es kommt genau zur richtigen Zeit. Denn jetzt geht’s im Pokal nach Paderborn – und danach zu den Bayern. Aber mit dieser Werkself? Da ist alles möglich. Nein, wir sind nicht übermütig. Wir sind nur optimistisch. Und das darf man als Fan ja wohl mal sein.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen