Sechs Siege am Stück, eine Offensive mit eingebauter Torgarantie – und dann ein Nachmittag, an dem ich schon einen vernünftigen Angriff als Stimmungsaufheller genommen hätte. Beim 0:3 in Hoffenheim war von der zuletzt so unterhaltsamen Werkself erschreckend wenig zu sehen. Meine Fanbrille hält einiges aus. Aber Ballbesitz als Torchance zu verkaufen, schafft auch sie nicht.
Dabei hätte die Partie früh in unsere Richtung kippen können. Schick legt ab, Tella zieht direkt ab, knapp vorbei. Ein guter Angriff, der leider lange eher Erinnerung als Versprechen blieb. Danach fehlten Präzision, Tempo und die Idee, wie man diesen aggressiven Hoffenheimern beikommen könnte. Die Gastgeber störten konsequent, gewannen wichtige Zweikämpfe und ließen uns kaum Raum. Dass ausgerechnet Hlozek nach einem Ballverlust im Aufbau den Pfosten traf, passte zu diesem Nachmittag. Zur Pause war ich mit dem 0:0 jedenfalls zufriedener, als mir lieb war.
Die sechs Wechsel gegenüber Kreta taugen dabei nur bedingt als Erklärung. Im Vergleich zur letzten Bundesligaelf war lediglich Tella für Moreira hineingerückt. Da stand also keine bunt zusammengewürfelte Versuchsmannschaft auf dem Rasen. Ich erwarte auch nach einer Europapokalreise keine spielerische Offenbarung, aber etwas mehr als ungenaue Pässe und einen weitgehend abgemeldeten Schick darf es schon sein. Diabys verletzungsbedingtes Aus kurz vor der Pause machte die Sache zusätzlich bitter.
Nach dem Seitenwechsel wurde es besser, vor allem durch Maza. Er wollte etwas bewegen, suchte Lösungen und brachte wenigstens gelegentlich Unruhe in die Hoffenheimer Defensive. Nur entstand aus längeren Ballbesitzphasen weiterhin viel zu wenig Gefahr. Genau da liegt für mich der Kern dieser Niederlage: Wir bekamen mehr Kontrolle über den Ball, ohne dem Gegner wirklich die Kontrolle über das Spiel zu nehmen.
Dann kamen der Zweikampf zwischen Tapsoba und Asllani, der VAR und Kramarics Elfmeter zum 0:1. Natürlich ärgere ich mich über so eine Szene. Aber ich werde daraus keine bequeme Ausrede für diesen Auftritt basteln. Zumal die Antwort sofort möglich gewesen wäre: Maza bekommt nach Tapsobas Kopfballablage die große Ausgleichschance und schießt drüber. Wer in einem engen Spiel so wenig herausarbeitet, muss eine solche Gelegenheit nutzen.
Am Ende wurde aus einem schwachen Nachmittag ein richtig hässliches Ergebnis. Prass traf zum 0:2, Badé musste nach dem Zusammenprall mit Moerstedt auf der Trage vom Platz, und in der Nachspielzeit fiel auch noch das dritte Tor. Da rückte bei mir die Sorge um Badé längst neben den Frust über das Spiel. Hoffentlich gibt es bei ihm und Diaby bald Entwarnung.
Ein 0:3 wischt die guten vergangenen Wochen nicht weg. Es zeigt aber deutlich, dass diese Mannschaft eine Antwort braucht, wenn der Gegner ihr Zeit und Räume nimmt. Gegen Nürnberg will ich deshalb vor allem wieder Entschlossenheit sehen. Schöne Serien sind nett. Eine Reaktion nach so einem Auftritt ist mir wichtiger.
Sonntag, 25. Oktober 2026
0:3 in Hoffenheim: Viel Ball, wenig Bayer
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