Sonntag, 28. Januar 2024

Gladbach wirft uns nicht aus der Bahn

Gestern Abend nach dem Spiel war ich schon ein wenig enttäuscht, dass die deutlich überlegene Werkself es nicht geschafft hat, gegen das Betonbollwerk aus Gladbach zu netzen. Heute muss ich aber feststellen, dass uns das Unentschieden nicht aus der Bahn werfen sollte.

Werfen wir doch mal einen kurzen Blick auf die Statistik, auch wenn mir klar ist, dass das bei einem 0:0 nicht viel nutzt. Die Werkself spielte gegen die Fohlen 948 Pässe, das ist ein neuer Rekord für ein Team in der Bundesliga in dieser Spielzeit. Davon spielte allein Xhaka 151 – der höchste Wert innerhalb einer Partie für einen Leverkusener Spieler in der laufenden Saison. Auch die weiteren Zahlen belegen die Dominanz von Schwarz-Rot: Die Werkself verbuchte 75% Ballbesitz, zwischendurch waren es sogar über 80%. 28:4-Torschüsse sprechen ebenfalls für sich. Doch blieb der Leverkusener Torerfolg aus – und das zum ersten Mal in einem Pflichtspiel in dieser Saison. Die weiße Weste behielt Bayer 04 hingegen bereits zum neunten Mal, das gelang in der laufenden Liga-Spielzeit keinem Team.

Meines Erachtens fehlte der Mannschaft aber der wirklich letzte Biss. Oft waren die ersten Ballkontakte nicht gut und der Abschluss erfolgte zu falschen Zeitpunkten aus zu schwierigen Lagen. Und auch die personellen Ausfälle sind da keine Ausrede, zumal wir hinten zu Null gespielt haben. Die Lösung kann also nur in den nächsten Spielen heißen: Etwas aggressiver spielen und netzen, schließlich hatten wir sehr gute Chancen gestern mehr als genug.

Sonntag, 21. Januar 2024

Auch in Leipzig nicht verloren - im Gegenteil

Dieser Abend im alten Zentralstadion in Leipzig war der pure Wahnsinn. Die Werkself liegt zweimal hinten und kommt jedes Mal wieder zurück. Bayer wollte sich aber gegen halb taumelnde Leipziger nicht zufriedengeben und wurde zu Beginn der Nachspielzeit mit dem 3:2 Siegtreffer belohnt. Der Auftritt zeigte erneut, dass die Mannschaft Eier hat und bis zum Schluss an sich glaubt. Wir nehmen drei so wichtige Punkte aus Leipzig mit unters Kreuz und verteidigen somit unsere Tabellenführung.

Insgesamt kann ich das Fazit unseres Trainers nur unterstreichen. Wir haben ein sehr intensives Spiel gesehen, alles hätte passieren können. Gerade in der ersten Halbzeit waren wir nicht gut drin, Leipzig hat da oft Räume gefunden. In der zweiten Halbzeit haben wir es dann besser gemacht. Aber trotz des eher vermeintlichen Gegentores zum zwischenzeitlichen 2:1 Rückstand hatten viele von uns das Vertrauen, dass wir es schaffen können. Und wir haben es geschafft.

Wie stark die zweite Halbzeit war, lässt sich auch einfach an der Statistik ablesen: Stand es zur Halbzeit nach Torschüssen 4:0 für Leipzig, waren es am Ende 18 Torschüsse für uns und 10 für die Bullen. Die Passquote von Schwarz-Rot lag bei 90 Prozent, die Sachsen kamen auf 80 Prozent. Bayer gewann damit erstmals seit dem 19.3.2023 (gegen Bayern) ein Duell nach Rückstand zur Pause in der Liga. Mit dem Erfolg gegen Leipzig gelangen der Werkself zudem zum jetzigen Zeitpunkt schon mehr Liga-Siege als in der gesamten vergangenen Saison (15).

Sonntag, 14. Januar 2024

Herbstmeister

Nach anfänglichen Problemen mit dem zu Beginn aggressiv auftretenden FC Augsburg übernahm Schwarz-Rot ab Mitte der ersten Hälfte die Spielkontrolle und ließ den Augsburgern immer weniger Möglichkeiten zum Durchatmen. Trotzdem ging es torlos in die Halbzeit, das dritte Mal in 26 Spielen, dass der Bayer in der ersten Halbzeit nicht genetzt hat. Bis zum Ende übte die Werkself auf die engagiert verteidigende FCA-Abwehr Druck aus, aber erst in der Nachspielzeit schafften es der Bayer, sich endlich zu belohnen: Grimaldo brachte eine Flanke in die Strafraum-Mitte herein, wo Pala genau richtig stand und die Kugel in der Nachspielzeit zum 1:0-Endstand ins Tor schoss (90.+4).

Insgesamt staunt man weiter: Der Glaube an den Sieg war sehr groß. Die Moral, das Engagement, die Mentalität dieser Mannschaft – das alles ist bewundernswert. Das unterscheidet die Mannschaft in diesem Jahr deutlich von denen der Vorjahre. Die Statistik des Spiels war eigentlich auch eindeutig und unterstreicht die Tatsache, dass der späte Sieg auch völlig verdient war. Die Werkself gab gegen Augsburg insgesamt 24 Torschüsse ab, aber erst der letzte fand den Weg ins Netz. Es waren die zweitmeisten Tor-Chancen innerhalb eines Spiels in dieser Saison, nur gegen Darmstadt probierten es die Leverkusener häufiger (25). Die weiteren Zahlen in der Partie gegen den FCA sprechen ebenfalls für sich: 75,9 Prozent Ballbesitz, zwölf zu null Ecken oder auch 786 zu 252 gespielte Pässe.

Weiter zur Statistik: Durch den Sieg beendet die Werkself zum dritten Mal nach der Saison 2001/02 und 2009/10 eine Hinrunde als Spitzenreiter. Zudem blickt Schwarz-Rot auf die beste Hinrunde der Klub-Geschichte und verbucht in der BL-Geschichte die geteilt drittbeste Punkteausbeute nach einer Hinrunde (45). Nur die Bayern hatten zu diesem Zeitpunkt schonmal mehr Punkte vorzuweisen (47 in 2013/14 und 46 in 2015/16). Und jetzt fahren wir mit breiter Brust am kommenden Samstag nach Leipzig.