Sonntag, 11. Januar 2026

Neues Jahr, alter Frust: Frohes 2026 aus der Horrorzone

Na dann, Prosit Neujahr. Wer dachte, dass das neue Fußballjahr für Bayer 04 mit einem Knall beginnt, hatte leider recht – nur kam der Knall von der falschen Seite. 1:4 gegen den VfB Stuttgart. Zu Hause. In der BayArena. Und das schon nach 45 Minuten im Prinzip durch. Stuttgart? Das war mal unser Lieblingsgegner. Inzwischen haben wir selbst dafür gesorgt, dass sie ihre Komplexe über Bord werfen konnten. Quasi psychologische Aufbauarbeit vom Feinsten.

Die Werkself wirkte, als hätte sie in der Winterpause statt Trainingslager eher an einem Yoga-Retreat teilgenommen. Ballbesitz ja, Ideen nein. Leidenschaft? Fehlanzeige. Körperlichkeit? Nur bei den Gästen. Dass sich Grimaldo und Quansah nach dem Spiel fast entschuldigt haben, war zwar ehrlich – aber auch ein Armutszeugnis für die Leistung. Wenn der Gegner dich wie ein Drittliga-Team auseinandernimmt, hilft keine Analyse mehr. Dann hilft nur: Besser machen. Sofort.

Klar, man kann jetzt auf die vielen Ausfälle zeigen – Afrika-Cup, Verletzungen, muskuläre Problemchen hier, Reha-Phase dort. Aber das erklärt nicht, warum die Mannschaft kollektiv wie auf Valium wirkte. Stuttgart war einfach galliger, schneller, schärfer – und so schmerzhaft es ist: auch klüger.

Immerhin: Fernández ist zurück, Grimaldo trifft immerhin per Elfmeter, und die zweite Halbzeit war wenigstens kein Totalausfall mehr. Kleine Fortschritte für den Optimismus, den wir uns als Fans ja trotz allem irgendwie bewahren. Nur: Wenn man mit zwölf Punkten Rückstand auf Bayern ins neue Jahr geht und dann so eine Bauchlandung hinlegt, kann man schon mal unruhig werden. Nicht wegen einer Niederlage – sondern wegen der Art, wie sie zustande kam.

Am Dienstag geht’s zum HSV. Aufsteiger, Flutlicht, kalter Januarabend – der perfekte Ort, um zu zeigen, dass man noch weiß, wie man Fußball spielt. Und nicht nur wie man Spiele herschenkt. Wir wollen keine Ausreden mehr hören. Wir wollen wieder eine Werkself sehen, die das ist, was sie im Namen trägt: eine Mannschaft, die ackert, rackert, fightet. Und nicht eine, die sich vom Gegner nach 45 Minuten kollektiv die Hosen runterziehen lässt.

Sonst wird aus dem Vizemeistertraum schneller ein Europa-League-Krampf, als uns lieb ist.

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