Es gibt Niederlagen, die tun weh. Und es gibt Niederlagen, bei denen man sich fragt, ob man versehentlich in eine Parallelwelt gerutscht ist. Das 0:2 gegen Werder Bremen war so eine. Nicht, weil Bremen uns hergespielt hätte – nein, es war eher eine dieser Partien, in denen man das Gefühl hatte, dass einfach gar nichts funktionieren will. Ein gebrauchter Tag, wie es so schön heißt. Oder, um es mit den Worten von Xabi Alonso zu sagen: „Ein Spiel, das wir so schnell wie möglich vergessen wollen.“
Aber vergessen? Schwierig. Denn wie oft haben wir das in dieser Saison erlebt? Richtig, genau zweimal. Und wenn eine Niederlage inzwischen ein solches Ereignis ist, dass sie sich anfühlt wie ein Stromausfall im Fußball-Paradies, dann sagt das einiges über die aktuelle Spielzeit aus.
Dabei begann alles wie gewohnt: Leverkusen mit Ballbesitz, mit Spielkontrolle – nur leider auch mit einem frühen Schock. Nach sieben Minuten stand es 0:1, weil Romano Schmid sich dachte, dass ein Bremer Führungstreffer die Spannungskurve der Bundesliga-Redaktion mal wieder ordentlich anhebt. Danach? Ein Abseitstor von Bremen, ein Lattentreffer von Aleix Garcia, viele Versuche, aber kein Glück.
Zur Pause dann die Hoffnung: Alonso brachte mit Wirtz, Palacios und Mukiele frische Kräfte. Wirtz musste allerdings nach 15 Minuten wieder runter, weil der Fußballgott an diesem Tag offenbar beschlossen hatte, dass es nicht schlimm genug war. Auch danach spielte Bayer 04 weiter nach vorne, aber das Runde wollte einfach nicht ins Eckige. Und als die Werkself in der Nachspielzeit auf den Lucky Punch hoffte, kam stattdessen Bremens Justin Njinmah und machte den Deckel drauf – 0:2, aus, vorbei.
Blicken wir nüchtern auf die Statistik: 73 Prozent Ballbesitz für Leverkusen, 18:11 Torschüsse – es gibt Spiele, die gewinnt man neun von zehn Mal. Diesmal war es die eine von zehn, die einfach nicht sein sollte. Oder wie der kicker schrieb: „Kriselnde Bremer gewinnen eine hochemotionale Begegnung.“ Emotionen gab es, ja. Aber die falschen.
Und jetzt? Jetzt geht es am Dienstag in der Champions League gegen den FC Bayern. Was für ein Kontrastprogramm: Erst Bremen, dann das ultimative Duell gegen den Rekordmeister. Vielleicht gar nicht schlecht, denn wenn es eine Sache gibt, die dieses Team unter Alonso kann, dann ist es eine Reaktion zeigen. Also Mund abputzen, weitermachen – und bitte, bitte, bitte nicht vergessen, dass wir immer noch eine Wahnsinnssaison spielen.
Denn wenn das größte Problem einer Spielzeit ist, dass man zweimal verloren hat, dann hat man wohl doch einiges richtig gemacht.
Sonntag, 9. März 2025
„Wenn schon verlieren, dann richtig“ – Ein gebrauchter Tag gegen Bremen
Donnerstag, 6. März 2025
Kopfball, Kovar, Katastrophe – Ein Abend zum Vergessen in München
Es hätte so schön werden können. Ein episches deutsch-deutsches Champions-League-Duell, die Werkself in Topform, Xabi Alonso gegen Vincent Kompany – ganz Europa schaut zu! Und dann? Dann liefert Bayer 04 einen Abend ab, der eher an eine schlecht getimte Generalprobe als an eine große Premiere erinnerte. 0:3 in München. So hatten wir uns das nicht vorgestellt.
Ja, man kann verlieren. Vor allem in München. Das passiert ja sogar der Bundesliga-Konkurrenz im Abo. Aber es gibt eben Niederlagen, nach denen man sich fragt: „Wie konnte das nur passieren?“ Und dann gibt es Spiele wie dieses, bei dem die Antwort so schmerzhaft offensichtlich ist, dass man sie am liebsten verdrängen möchte. Es fing schon früh an: Neun Minuten gespielt, Olise mit der Flanke, Kane mit dem Kopf – zack, 1:0. Da war die Werkself gerade erst dabei, sich in die Partie hineinzufinden. Aber gut, kein Problem, es war ja noch genug Zeit.
Und tatsächlich: Bayer war gar nicht so schlecht im Spiel. Besonders Jeremie Frimpong hatte den Ausgleich auf dem Fuß, doch Manuel Neuer tat, was Manuel Neuer eben tut – er verhinderte das Tor. Danach plätscherte das Spiel ein bisschen vor sich hin, es wurde giftiger, griffiger, gelb-kartenlastiger. Ganz normal für so ein Duell. Halbzeit, nur 0:1, alles noch drin. Aber dann kam dieser eine Moment, der sinnbildlich für den Abend stand: Kovar mit einem Aussetzer, Musiala staubt ab – 0:2. Und plötzlich war die Luft raus.
Spätestens nach der Gelb-Roten für Mukiele war klar: Hier geht heute nichts mehr. Und als Edmond Tapsoba dann auch noch Harry Kane im Strafraum umklammerte wie ein verschmähter Ex-Partner, war das Drama perfekt. Der Engländer bedankte sich mit seinem zweiten Tor des Abends – Endstand 0:3. Autsch.
Es wäre einfach, jetzt mit dem Finger auf einzelne Spieler zu zeigen, aber die Wahrheit ist: Es war ein kollektiver Blackout. Und das kann in so einer Saison auch mal passieren. Die Werkself hat sich das ganze Jahr über auf höchstem Niveau präsentiert – warum sollte sie das nicht auch im Rückspiel tun können? Ja, 0:3 ist eine Hypothek, aber nichts ist unmöglich. Oder, um es mit Alonsos Worten zu sagen: „Wir müssen zurückkommen.“ Und wenn es ein Team gibt, das in dieser Saison immer wieder gezeigt hat, dass es das kann, dann doch wohl dieses.
Also, Mund abputzen, Bremen schlagen und dann im Rückspiel nochmal alles reinwerfen. Die Champions League hat schon größere Geschichten geschrieben. Warum nicht auch eine mit Bayer 04 in der Hauptrolle?
Samstag, 1. März 2025
Frankfurt abgefertigt – Jetzt kommt der wahre Härtetest!
Bayer 04 hat mal wieder auswärts gewonnen. Ach was, gewonnen – Frankfurt wurde mal eben mit 4:1 weggeputzt, als wäre es ein lockeres Trainingsspiel. 29 Bundesliga-Auswärtsspiele in Folge ohne Niederlage? Das ist nicht einfach nur eine Serie, das ist fast schon eine Naturgesetzmäßigkeit! Und während sich der neutrale Fan fragt, ob das nicht langsam langweilig wird, lehnen wir uns entspannt zurück und genießen die Show.
Frankfurt, zu Hause eigentlich eine Macht, hatte sich vermutlich ausgerechnet, die Werkself ein bisschen zu ärgern. Aber dieses Team von Xabi Alonso lässt sich momentan einfach nicht ärgern. Schon gar nicht, wenn man es ihnen so leicht macht. Nathan Tella eröffnete den Torreigen nach einem Zuckerpass von Granit Xhaka. Wer dachte, das wäre ein schöner Auftakt, hatte keine Ahnung, was noch kommen sollte. Mukiele stocherte nach einer Ecke irgendwie den Ball rein – uns egal, die Dinger zählen auch. Und dann kam Patrik Schick, setzte sich auf Einladung von Grimaldo an den Tisch und versenkte die Kugel mit der Selbstverständlichkeit eines Spielers, der genau weiß, wo das Tor steht. 3:0 nach 33 Minuten – vielen Dank, Eintracht, das ging ja flott!
Doch weil Bayer nicht nur das beste Team der Liga ist, sondern auch ein bisschen Spannung liebt, wurde Frankfurt ein kleines Gastgeschenk überreicht. Mukiele wollte Hradecky offenbar mal wieder testen, spielte ihm den Ball aber so unmotiviert in den Fuß von Hugo Ekitiké, dass selbst der nicht mehr nein sagen konnte. Ein Fehler, aber was soll’s – solange man vorne einfach weitermacht, ist das zu verkraften.
Und genau das tat Bayer. Frankfurt kam nach der Pause mit Wut im Bauch, aber mit spielerischen Mitteln war gegen Leverkusen wenig zu holen. Also half Aleix Garcia mit einem 22-Meter-Volley nach und knallte das 4:1 ins Netz. Den hat er sich verdient – das nennt man dann wohl einen Signature-Treffer! Danach wurde gewechselt, verwaltet, Frankfurt gebremst und die mitgereisten Bayer-Fans feierten die nächste Meisterleistung in der Fremde.
Aber so schön dieser Sieg auch war – die richtige Prüfung steht erst noch an. Am Mittwoch wartet der FC Bayern in der Champions League, und das wird das wahre Maß der Dinge. Ist Bayer 04 bereit für den ganz großen Schritt in Europa? Nach der Leistung in Frankfurt sagen wir: Warum eigentlich nicht?
Sonntag, 23. Februar 2025
„Moin, Meister!“ – Bayer erledigt Pflichtaufgabe in Kiel
Bayer 04 hat in Kiel souverän mit 2:0 gewonnen – und das, ohne sich groß die Hände schmutzig zu machen. Ein Spiel wie ein gut organisierter Umzug: Man wusste vorher, was zu tun ist, hat alles sauber erledigt und am Ende passte jedes Möbelstück dorthin, wo es hingehört. Holstein Kiel durfte sich als Gastgeber über prominenten Besuch freuen, musste sich aber eingestehen, dass Leverkusen eine Liga zu hoch spielt – und das im wahrsten Sinne des Wortes.
Denn wenn man ehrlich ist: Das Holstein-Stadion gleicht eher einem lauschigen Zweitliga-Wohnzimmer als einer Bundesliga-Bühne. Unebener Platz, enge Kabinen – der deutsche Meister wirkte fast wie ein Tourist, der sich kurz in die falsche Liga verirrt hatte. Doch statt sich zu beschweren, spielte die Werkself die Dinge einfach durch. Patrik Schick besorgte früh das 1:0 nach einer Vorarbeit von Amine Adli, der seine Rückkehr in die Startelf mit einer absolut sehenswürdigen Leistung feierte. Kurz vor der Pause legte er selbst nach – und zwar mit einem lässigen Lupfer, der den Ball sanfter ins Netz legte als eine Möwe ihr Ei ins Nest.
Nach der Pause? Bayer machte, was nötig war, aber nicht mehr. Warum auch? Die Störche flatterten, kamen aber nie wirklich gefährlich vors Tor. Xabi Alonsos Team kontrollierte das Spiel souverän und zeigte erneut, warum es sich in dieser Saison so selten aus der Ruhe bringen lässt. Das war ein typischer „Business-as-usual“-Sieg – das Fußball-Äquivalent zu einer routinierten Excel-Tabelle, nur eben mit ein bisschen mehr Spielfreude.
Mit den drei Punkten im Gepäck geht es nun weiter nach Frankfurt. Dort wird die Werkself auf eine andere Kulisse treffen – und vermutlich ein Spiel, das mehr Hochspannung bietet als dieser entspannte Pflichtsieg an der Förde. Aber egal, ob in Kiel, Frankfurt oder sonst irgendwo in Deutschland: Diese Mannschaft wirkt derzeit unaufhaltsam. Und wenn wir ehrlich sind – das fühlt sich verdammt gut an!
Sonntag, 16. Februar 2025
Wenn Dominanz Punkte gäbe, wäre Bayer längst Meister
Es gibt Fußballspiele, die vergisst man sofort. Und dann gibt es Spiele wie dieses. Ein 0:0 der besonderen Art – eines, bei dem nur eine Mannschaft spielte, aber am Ende trotzdem nur ein Punkt heraussprang. Bayer 04 hat den FC Bayern München an die Wand gespielt, ihnen den Ballbesitz geraubt, die Spielfreude genommen und die Offensive lahmgelegt. Aber wenn das Runde nicht ins Eckige will, dann will es eben nicht.
Die BayArena war ausverkauft, die Stimmung elektrisierend. Schon mit dem Anpfiff war klar: Hier ist heute nur eine Mannschaft gekommen, um Fußball zu spielen – und die trug Schwarz und Rot. Die Bayern? Die schienen in erster Linie gekommen zu sein, um nicht zu verlieren. Ein Statement, das man sonst eher von Underdogs im Pokal kennt, nicht aber vom Rekordmeister. Dass die Münchner 90 Minuten lang keinen einzigen Torschuss aufs Leverkusener Tor zustande brachten, spricht Bände. Zum Vergleich: Bayer 04 feuerte 15 Versuche ab, aber Manuel Neuer war eben Manuel Neuer. Und die Latte? Ein unerwarteter Bayern-Fan.
Besonders bitter: In der 60. Minute hätte Nathan Tella mit einem Seitfallzieher Geschichte schreiben können. Fünf Minuten später klärte Hiroki Ito seinen Kopfball auf der Linie – es fehlten nur Millimeter. Und dann diese Nachspielzeit! Erst Adli mit einem Kopfball genau in Neuers Arme, dann Wirtz, dessen Schuss nur haarscharf am Pfosten vorbeizischte. Während die Bayer-Fans sich die Haare rauften, muss in München bereits jemand den Partybus für die Heimfahrt gestartet haben.
Trotzdem: Was bleibt, ist eine unfassbare Leistung. Granit Xhaka brachte es auf den Punkt: „Ich kann mich nicht erinnern, dass Bayern einen Torschuss hatte.“ Und genau da liegt die Krux. Bayer war nicht nur besser – sie waren haushoch überlegen. Wer gegen den FC Bayern 81 Prozent Ballbesitz hat, wer ihnen den Schneid abkauft, sie ins eigene Drittel drückt und ihnen über 90 Minuten lang das Spiel aufzwingt, der hat mehr als nur einen Punkt verdient.
Aber gut, das Schicksal hat offenbar einen eigenwilligen Sinn für Humor. Vielleicht hebt es sich die verdiente Belohnung für den Endspurt in der Bundesliga auf? Vielleicht war das eine Machtdemonstration für kommende Duelle? Wer weiß.
Fest steht: Diese Mannschaft ist reif für den Titel. Und wenn sie so weitermacht, dann wird das Glück irgendwann keine Wahl mehr haben, als sich auf ihre Seite zu schlagen. Nächster Halt: Holstein Kiel. Ein Bundesliga-Neuling, der sicher nicht den Fehler machen wird, Bayer 04 zu unterschätzen. Wir wissen, was zu tun ist: Das Tor treffen. Dann ist alles möglich.
Sonntag, 9. Februar 2025
Defensives Bollwerk statt Torfestival – Leverkusen punktet sich durch Wolfsburg
Na bravo, wieder ein Punkt – aber diesmal ohne jeglichen Torjubel. Null zu Null in Wolfsburg, das klingt ungefähr so aufregend wie ein ungesüßter Kamillentee an einem Montagmorgen. Dabei ist doch eigentlich alles rosig in Leverkusen: Die Werkself bleibt auswärts weiter ungeschlagen, 27 Bundesligaspiele in der Fremde ohne Niederlage! Eine Serie, die selbst eingefleischte Pessimisten ins Grübeln bringt. Aber, und da liegt der Haken, der Rückstand auf die Bayern wächst – und das schmerzt.
Trainer Xabi Alonso war sich der Brisanz bewusst und wirbelte seine Startelf kräftig durcheinander. Acht Wechsel im Vergleich zum Pokal-Sieg gegen Köln – und das war nicht nur Rotation, das war eine komplette Neugestaltung. Boniface vorne, Hermoso hinten, Tella auf dem Flügel – einmal durchmischen, bitte! Das Spiel selbst? Nun ja, nennen wir es mal „taktisch geprägt“. Wolfsburg, berühmt für seine Standardstärke, wähnte sich früh im Glück, aber der VAR hatte etwas gegen ein vermeintliches 1:0. Ein Moment, in dem sich alle Leverkusener insgeheim fragten, ob das vielleicht ein Weckruf wäre. War es nicht.
Auch unsere Werkself kam nur durch Standards in gefährliche Zonen. Nordi Mukiele hatte die Führung auf dem Kopf, aber anscheinend dachte er, er sei noch im Training – drüber! Danach viel Mittelfeldgeplänkel, ein paar Halbchancen hier und da, aber so richtig Fahrt nahm das Spiel nicht auf. Wolfsburgs Tiago Tomas prüfte Hradecky, der zwei starke Paraden zeigte. Auf der anderen Seite? Granit Xhaka mit einem Schuss über den Kasten – immerhin eine Erinnerung daran, dass man es auch mal aus der Distanz probieren könnte.
Die zweite Halbzeit begann mit mehr Mut von Bayer 04. Tella und Xhaka versuchten es, Boniface prüfte die Statik des Wolfsburger Tornetzes – aber es blieb beim Bemühen. Und dann? Ein Moment zum Durchatmen für uns alle: Wolfsburgs Fischer knallte das Ding an die Latte. Da hatte die Werkself mal richtig Glück. In der Schlussphase setzte Alonso auf frische Beine, brachte Wirtz und Frimpong – und plötzlich war da dieser Hauch von Magie. Wirtz dribbelte sich sehenswert in den Strafraum, nur um den Ball dann denkbar knapp am langen Eck vorbeizuschieben. Das war’s. Ein Spiel ohne Sieger, ohne Tore, ohne Ekstase.
Fazit? Bayer bleibt stabil, aber der ganz große Wurf blieb aus. Eine Mannschaft, die um die Meisterschaft spielt, braucht Siege – vor allem, wenn der Tabellenführer in Schlagdistanz ist. Aber gut, vielleicht heben sich unsere Jungs das Feuerwerk für das nächste Spiel auf. Denn am kommenden Wochenende kommt der FC Bayern nach Leverkusen. Flutlicht. Heimspiel. Eine Partie, die nach Drama und Spektakel schreit. Wenn da wieder kein Tor fällt, dann wissen wir auch nicht mehr weiter.
Donnerstag, 6. Februar 2025
Werkself-Wahnsinn: Pokalkrimi mit Happy End gegen den Effzeh!
Manchmal sind Fußballspiele einfach nur Fußballspiele. Und dann gibt es Spiele wie dieses Pokal-Viertelfinale gegen den 1. FC Köln. Spiele, die einen durch sämtliche emotionale Extreme jagen, einen altern lassen wie ein schlecht gelagerter Camembert und am Ende doch in pure Ekstase ausbrechen lassen.
Bayer 04 steht nach einem 3:2-Sieg nach Verlängerung gegen den „lieben“ Nachbarn aus der Domstadt im Halbfinale des DFB-Pokals. Und das, obwohl die Werkself 0:2 zurücklag und sich das Derby-Skript zunächst las wie ein schlechter Horrorfilm für Leverkusener Fans. Doch Xabi Alonso hat diesen Kader nicht nur fußballerisch, sondern auch mental auf allerhöchstes Niveau gehievt. Dieses Team gibt nicht auf – es ist gnadenlos, wenn es drauf ankommt. Und wenn man denkt, es sei vorbei, dann kommt Patrik Schick.
Dabei fing der Abend mit einer Pyro-Show an, die für eine zehnminütige Unterbrechung sorgte – in Köln nennt man das „Stimmung“, in Leverkusen nennt man es „nervig“. Nach dem Rauch übernahm Bayer das Kommando, spielte geduldig, aber mit wenig Durchschlagskraft. Und wie das so ist im Pokal, wenn du deine Chancen nicht nutzt, schlägt der Außenseiter zu. Damion Downs erzielte quasi mit dem Pausenpfiff das 1:0 für den Effzeh – natürlich in der gefühlt 100. Minute der Nachspielzeit. Und als dann auch noch Linton Maina auf 2:0 erhöhte, konnte man als Bayer-Fan schon mal beginnen, die eigenen Existenzentscheidungen zu hinterfragen.
Aber hey, wir sind nicht Borussia Dortmund! Resignation? Nicht mit diesem Team! Florian Wirtz packte einen seiner Magie-Momente aus, Patrik Schick sagte artig „Danke!“ und schon stand es nur noch 1:2. Die BayArena war wieder da, die Fans peitschten die Mannschaft nach vorne – und in der letzten Aktion der regulären Spielzeit kam tatsächlich noch der Ausgleich. Wer sonst als Schick? Ein typisches Bayer-04-Tor: Tempo über Frimpong, perfekte Flanke, eiskalter Abschluss. Verlängerung!
Und dann kam Victor Boniface. Eben noch verletzt, jetzt wieder da – und wie! Ein Abschluss wie eine Abrissbirne, das 3:2 in der 98. Minute. Köln versuchte noch mal alles, traf sogar ins Netz, doch der VAR zeigte keine Gnade. Abseits! Danach war nur noch Zittern angesagt. Aber Bayer hielt durch. Sieg! Halbfinale! Was für eine Nacht!
Dass Schick und Boniface gemeinsam trafen, gibt Xabi Alonso vielleicht zu denken, ob ein Doppelsturm nicht doch eine Option für die kommenden Wochen sein könnte. Aber das ist Zukunftsmusik. Jetzt erstmal genießen. Bayer 04 bleibt auf Kurs, die Titelverteidigung lebt! Und das Wichtigste: Wir haben Köln mal wieder in die Schranken gewiesen. Pokal? Bayer kann das!