Ich wünsche euch frohe Weihnachten und einen guten Rutsch! Ich sitze als Bayer-04-Fan zwischen Plätzchen und Tabellenrechner, hoffe auf ruhige Feiertage und weiß doch: Ganz ohne Drama wäre es ja nicht Leverkusen. Danke, dass ihr niemalsmeister.de lest, teilt und mit mir jubelt, flucht und glaubt. Für 2026 wünsche ich euch vor allem Gesundheit, Glück und viele Spiele, bei denen mein Puls ausnahmsweise unter 180 bleibt. Feiert schön, kommt gut rein – wir sehen uns im neuen Jahr wieder.
Mittwoch, 24. Dezember 2025
Sonntag, 21. Dezember 2025
Bayer bringt Leipzigs Festtagsstimmung ins Wanken
Was braucht man für ein gelungenes Jahresende? Ein bisschen Drama, ein paar Rückkehrer, ein Teenie-Wunderkind – und natürlich drei Punkte aus Leipzig. Das hat Bayer 04 am Samstagabend mustergültig geliefert, und dabei RB Leipzig die erste Heimniederlage der Saison serviert – in Geschenkpapier gewickelt, aber mit schwarz-roter Schleife. Wer dachte, man würde sich nach dem Derbysieg gegen den 1. FC Köln mit Glühwein und Plätzchen zurücklehnen, hat dieses Team falsch eingeschätzt. Denn was da auf dem Rasen der Red Bull Arena abging, war mehr Festtagsbraten als Fußball-Diät.
Und ja, der Start war – wie so oft – erstmal ein kleiner Stimmungskiller. Xaver Schlager traf, und man sah kurz die Geister der Hinrunde aufblitzen. Doch dann wurde es festlich: Terrier mit einem Kopfball wie aus dem Lehrbuch, Schick mit einem Rechtsschuss, bei dem selbst Berbatov respektvoll nicken würde – und plötzlich stand’s zur Pause 2:1 für unsere Jungs. Man hätte meinen können, es sei schon Silvester, so sehr knallte es innerhalb weniger Minuten. Leipzig schien irritiert, wie Kinder, die feststellen müssen, dass sie dieses Jahr doch keine Playstation unter dem Baum finden.
Doch der eigentliche Gänsehaut-Moment kam spät, aber gewaltig: Montrell Culbreath, 18 Jahre jung und ausgestattet mit der Abgeklärtheit eines 30-Jährigen, tanzt in der Nachspielzeit durch die Leipziger Hintermannschaft, als wäre er auf dem Bolzplatz in Wiesdorf – und macht eiskalt den Deckel drauf. Schlusspunkt? Nein. Sahnehäubchen. Bessere Weihnachtsgeschichte wird nicht mehr geschrieben.
Dass wir jetzt mit 29 Punkten auf Platz drei überwintern, hätte man im September wohl für eine optimistische Glühwein-Laune gehalten. Aber dieses Team hat sich etwas erarbeitet: nicht nur Siege, sondern auch Glaubwürdigkeit. Hjulmands Handschrift ist klar lesbar, selbst wenn die Startelf so oft wechselt wie das Fernsehprogramm an den Feiertagen. Dazu das Comeback-Dreierpack mit Fernández, Tape und Vázquez – fast so schön wie der erste Schnee.
Und jetzt? Pause. Durchatmen. Plätzchen. Und dann: Stuttgart. Wieder ein Topspiel. Wieder eine Bühne. Aber bis dahin darf man als Bayer-Fan ruhig mal das Gefühl genießen, dass sich die Dinge gerade sehr richtig anfühlen – und dass Weihnachten auch rot-schwarz glänzen kann.
Sonntag, 14. Dezember 2025
Kein Zweifel, kein Lärm, kein Problem – Bayer siegt verdient im leisen Rheinderby
Ach, Derbys. Die Spiele, bei denen der Puls schneller geht, die Bierpreise schneller steigen und die Emotionen am schnellsten überkochen. Nur diesmal war es… still. Zumindest ungewohnt still. Das Rheinderby gegen den FC war weniger Feuerwerk und mehr Kaminabend – mit einem sehr kunstvollen Kaminanzünder namens Martin Terrier. Wer einen Skorpionkick zum 1:0 auspackt, hat offenbar keine Lust mehr auf Standardtore – und wir sagen: Völlig zurecht!
Aber von vorne – auch wenn es da gar nicht so viel zu berichten gibt. Bayer drückte, Köln taumelte, aber irgendwie stand es zur Pause trotzdem 0:0. Kofane verpasste, Andrich köpfte vorbei, Tillman dachte sich kurzzeitig, dass Fußballtore über dem Fangnetz hängen. All das sah solide aus, aber noch nicht nach Derby-Wucht. Und auf den Rängen? Ebbe. Die aktive Kölner Fanszene verweigerte den Stadionbesuch wegen angeblicher polizeilicher Maßnahmen – Leverkusens Ultras zogen solidarisch mit.
Was auf dem Rasen passierte, war allerdings schon ziemlich viel Fußball. Terrier kam rein, schoss ein Tor, das selbst Zlatan sich im Traum nicht schöner ausgemalt hätte, und Andrich – der neue Libero der Herzen – nickte wie ein Chef das 2:0 nach. Danach war der Deckel drauf, das Kölsch warm und Köln endgültig bedient.
Ein Sonderlob verdient unser Trainer Hjulmand, der mittlerweile auch in der Lotterie vermutlich die richtigen Zahlen einwechseln würde. Terrier als Joker? Ein Geniestreich mit französischem Flair. Und dass Robert Andrich hinten wie vorne den Takt vorgibt, ist vielleicht das schönste Weihnachtsgeschenk seit dem Dosenbier in der Auswärtsfahrt.
Unterm Strich: Drei Punkte, zwei Traumtore.
Aber gut, wir bleiben Tabellenregion-Wolke7, Terrier will offenbar öfter rein, Andrich bleibt Kapitän auf dem Platz und in unseren Herzen – und in Leipzig wartet der Jahresabschluss. Vielleicht ja mit Grimaldo und Schick.
Donnerstag, 11. Dezember 2025
Kleines Weihnachtswunder oder Grimaldo Claus rettet Punkt
Manchmal fühlt sich Fußball an wie ein Adventskalender, bei dem man hofft, hinter Türchen Nummer 10 nicht wieder eine bittere Enttäuschung in Form von englischer Abgezocktheit zu finden. Und siehe da: Es war kein teures Parfümpröbchen aus Newcastle, sondern ein duftender Last-Minute-Treffer von Alejandro Grimaldo. Das 2:2 gegen die Magpies war keine perfekte Vorstellung, aber eine, die Charakter zeigte. Und irgendwie fühlt es sich besser an, sich einen Punkt zu erkämpfen, als ihn geschenkt zu bekommen. Vor allem in der Champions League, wo man sonst oft selbst als Geschenkpapier endet.
Die Werkself begann das Spiel, als hätte man das Hinspiel-Debakel gegen Augsburg direkt aus dem Gedächtnis gelöscht. Pressing, Umschaltspiel, ein Eigentor mit Stil – das sah nach Plan aus. Und tatsächlich: Für eine Halbzeit dachte man, Newcastle sei nicht viel mehr als eine überteuerte Premier-League-Version von Union Berlin. Doch dann kam der Champions-League-Plot-Twist, wie er im UEFA-Drehbuch steht: dubioser Elfmeter, Gegentor, kollektives Wanken. Dass ausgerechnet ein gewisser Woltemade diesen Strafstoß herausholt, klingt noch immer wie eine besonders zynische Pointe des Fußballgottes.
Aber an diesem Abend, an dem Kasper Hjulmand zu Hause blieb und Co-Trainer Rogier Meijer die Seitenlinie übernahm, zeigte Bayer 04 das, was man sich seit Jahren zurückwünscht: Trotz Rückstand nicht den Kopf verlieren, sondern den Gegner hinten hereindrücken, wie man es selbst früher zu oft erleiden musste. Die 88. Minute war dann der Moment, in dem Fußballromantik und taktische Schulung gemeinsam Glühwein trinken gingen: Maza steckt durch, Grimaldo trifft – und plötzlich fühlt sich das 2:2 wie ein kleiner Sieg an.
Natürlich bleibt auch Kritik: Zwei Gegentore in der zweiten Halbzeit, der Einbruch nach der Pause, die mangelnde Konsequenz vor dem gegnerischen Tor. Aber wenn man ehrlich ist, dann darf man nach einer Gruppenphase ohne Niederlage auch mal kurz die Fanbrille polieren und sagen: Diese Mannschaft macht Spaß. Nicht immer schön, aber selten feige. Und das ist, was zählt.
Jetzt kommt Köln. Und wenn man sich gegen die durchsetzt, könnte man fast meinen, in diesem Jahr ist mehr drin als ein schöner Fußballabend. Vielleicht sogar etwas, das man sich unter den Baum legen möchte.
Sonntag, 7. Dezember 2025
Pfosten statt Punkte
Es gibt Spiele, bei denen man nach Abpfiff nur noch in den Nachthimmel starren kann und sich fragt, ob irgendwo da oben jemand mit einem riesigen Magneten auf unsere Torschüsse zielt. 0:2 in Augsburg – und das trotz 70 Prozent Ballbesitz, drei Alu-Treffern und einer Spielkontrolle, die jeder Yoga-Trainer als „zentriert“ bezeichnet hätte. Nur dass Fußball halt keine Körpertherapie ist. Am Ende zählen Tore, nicht Ballumarmungen.
Dass es in Augsburg schwierig werden würde, war klar – die schwäbische Mischung aus Betonmischer und Konterfußball hat schon anderen Favoriten das Wochenende versaut. Aber wenn man so dominant auftritt wie unsere Werkself, dann tut so ein 0:2 einfach weh. Es war ein Spiel, das symptomatisch steht für das, was passieren kann, wenn man in der Bundesliga mit 95 Prozent unterwegs ist. Fünf Minuten Unachtsamkeit reichen, und Augsburg macht aus zwei Vorstößen zwei Tore. Willkommen in der Realität, lieber Hochglanzfußball.
Dabei war das Spiel ja gar nicht schlecht – zumindest wenn man Statistik-Fetischist ist. Pässe wie im Tiki-Taka-Lehrbuch, Zweikampfquote top, Laufleistung auch okay. Aber: Keine Tore. Die Abschlüsse waren da, aber halt nur fast. Schick, Ben Seghir, Tella – alle hatten sie die große Chance. Aber statt ins Netz, klatschte der Ball regelmäßig ans Aluminium. Hätten wir für Pfostentreffer Punkte bekommen, wären wir mit fünf Zählern nach Hause gefahren.
Trainer Hjulmand bleibt immerhin nüchtern: Man müsse „zurück zum Charakter unseres Spiels“ finden. Klingt ein bisschen nach Teamcoaching-Seminar in der Winterpause. Aber vielleicht ist da was dran. Denn wenn man ehrlich ist, war gegen einen BVB im DFB-Pokal reicht, muss gegen gallige Bundesliga-Truppen nicht zwangsläufig funktionieren. Und Augsburg war gallig. Oder wie man im Rheinland sagt: unbequem wie ein Sonntag mit Schwiegermutter.
Jetzt kommen mit Newcastle, Köln und Leipzig drei Spiele, die über den Jahresend-Vibe entscheiden. Wir sollten dringend die Streicheleinheiten vom Alu durch echte Treffer ersetzen. Denn so sehr man das Spiel gegen Augsburg auch drehen und wenden will – es bleibt ein klassischer „gebrauchter Tag“. Und von denen hatten wir in den letzten 18 Monaten zum Glück nicht viele. Lasst uns hoffen, dass das nicht wieder in Mode kommt.
Mittwoch, 3. Dezember 2025
Und täglich grüßt der Pokalsieg: Revanche mit Wumms und Werk
Na also, geht doch! Während sich der BVB noch fragt, ob man gegen uns besser mit Bus oder Baggerabwehr antreten sollte, zieht unsere Werkself zum dritten Mal in Folge ins DFB-Pokal-Viertelfinale ein – so oft wie nie zuvor. Vielleicht ist das die viel zitierte Pokal-DNA, vielleicht aber auch einfach solide Arbeit, gewürzt mit einer Prise Maza-Magie und der Erkenntnis: In Dortmund gewinnt man keine Schönheitspreise, aber Punkte – oder eben Pokalrunden.
Wer jetzt auf einen spielerischen Feuerzauber à la Grimaldo-Flanke-Volley-Tapsoba gehofft hatte, wurde nicht ganz abgeholt. Dafür bekamen wir eine Mannschaft, die wie eine Bank stand. Nicht die Sparkasse Leverkusen, sondern eher wie ein Tresor bei Fort Knox. Robert Andrich, neu erfunden als Libero mit Leaderqualitäten, räumte ab, als hätte ihm jemand gesagt, es gebe Freibier für jede gewonnene Grätsche. Und was der VAR an unserem 2:0 von Terrier zu meckern hatte – nun ja, wir wissen inzwischen: Fußball ist kein Wunschkonzert, sondern eine Abseitsfalle.
Die Revanche für die Liga-Niederlage drei Tage zuvor? Mehr als gelungen. In Dortmund zu gewinnen ist nie selbstverständlich – nicht für die Nationalmannschaft und erst recht nicht für Vereine, die nicht gerade einen schwarz-gelben Schiedsrichter-Bonus genießen. Aber an diesem kalten Dezemberabend machte Bayer 04 das, was wir Fans seit Jahren fordern: sich dreckig ins Viertelfinale arbeiten, nicht einknicken, wenn’s heiß wird. Und mit Maza scheint da einer heranzuwachsen, der nicht nur trifft, sondern auch das Herz am richtigen Fleck hat – irgendwo zwischen Mittellinie und Sechzehner, da wo’s weh tut.
Klar, wir sind noch lange nicht durch. Augsburg, Newcastle, Derby, Leipzig – der Dezember wird kein Spaziergang, sondern eher ein Marathon mit Stacheldraht. Aber wenn man schon mit breiter Brust nach Dortmund fährt und mit drei Litern Schweiß, einem Tor und 7.000 euphorischen Auswärtsfans im Gepäck wieder heraus kommt, dann darf man auch mal sagen: Wir sind Bayer 04 – und im Pokal wird das Ding dieses Jahr vielleicht wieder rot-schwarz.
Nur bitte: Pokalsieg oder nicht – lasst uns endlich regelmäßig gegen Dortmund gewinnen. Es gibt kaum etwas Schöneres.