Man muss es auch erstmal schaffen: 30.210 Menschen in eine ausverkaufte BayArena locken – und ihnen dann einen Abend servieren, der sich phasenweise anfühlt wie „Verwaltungsrecht für Fortgeschrittene“. Und trotzdem: Ich grinse. Denn dieses 0:0 gegen Olympiakos Piräus ist genau die Sorte Ergebnis, die man sich früher in Leverkusen mit drei Kreuzen im Kalender, vier Holzklopf-Orgien und einem „Bitte nicht wieder“-Stoßgebet erkauft hätte. Jetzt? Weiße Weste, Achtelfinale, Top 16 in Europa. Willkommen im neuen Normal, das sich immer noch ein bisschen illegal anfühlt.
Der eigentliche Star des Abends trug keine Glanzmomente im Abschluss, sondern Schweiß in den Zweikämpfen: unsere Defensive. Das war nicht sexy, aber sehr erwachsen. Olympiakos hat gedrückt, gepresst, geschoben – und fand meistens nur einen rot-schwarzen Türsteher vor der Tür. Fünf Heimspiele in Folge ohne Gegentor, dazu schon fünf Clean Sheets in zehn Champions-League-Partien: Das ist keine „gute Phase“, das ist ein Statement. Und ja, Blaswich sammelt inzwischen Weiße Westen wie andere Leute Pfandbons.
Klar, spielerisch war das stellenweise zu wenig. Selbst Andrich und Hofmann haben das ja ziemlich offen angedeutet: vor dem Sechzehner fehlte die Wucht, die Idee, manchmal auch einfach die Galligkeit. Früher hätten wir uns an so einem Abend noch mit „Hauptsache weiter“ selbst belogen. Heute klingt es eher nach: „Weiter – aber da geht mehr.“ Das ist ein Luxusproblem, und ich nehme es dankend.
Nebenbei gab’s noch dieses schöne „Zukunft“-Gefühl: Culbreath mit Heim-Debüt, Hofmann endlich wieder Königsklasse in dieser Saison, und Tapsoba als Sicherheitsgurt in der Innenverteidigung. Unterm Strich bleibt: Nicht gefeiert wird die Kunst – gefeiert wird das Weiterkommen. Und wenn im Achtelfinale niemand nach der Art und Weise fragt, dann antworte ich schon mal vorsorglich: „Genau.“
Mittwoch, 25. Februar 2026
0:0, aber 100% weiter – die BayArena erfindet den Spannungsarmut-Thriller neu
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