Sonntag, 18. Oktober 2026

2:1 gegen Freiburg: Maza zaubert, Schick trifft

Es gibt Sonntage, an denen man sich als Bayer-Fan gemütlich zurücklehnen und entspannt drei Punkte genießen möchte. Und dann gibt es Sonntage, an denen Bayer 04 Leverkusen spielt. Da gehören Schnappatmung, Kopfschütteln und erhöhter Puls offenbar weiterhin zum kostenlosen Rahmenprogramm. Immerhin: Am Ende stand ein verdienter 2:1 gegen den SC Freiburg. Nach dem überzeugenden 4:0 in Posen der nächste wichtige Schritt. Langsam macht mir diese Werkself wieder richtig Spaß!

Bevor überhaupt Fußball gespielt wurde, gab es erst einmal eine Tennisveranstaltung. Freiburger Fans warfen aus Protest gegen Einschränkungen bei Fan-Utensilien Tennisbälle auf den Rasen. Selbst Freiburgs Trainer Julian Schuster war wenig begeistert. Protest schön und gut, aber vielleicht sollte man sich beim nächsten Mal eine Sportart aussuchen, die auch auf dem Spielplan steht.

Als der Ball endlich rollte, zeigte Freiburg, warum die Breisgauer bislang ungeschlagen waren. Unsere Werkself fand zunächst kaum Zugriff, und nach 14 Minuten brachte Derry Scherhant die Gäste in Führung. Natürlich! Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? Zum Glück haben wir Ibrahim Maza. Nur sechs Minuten später erzielte er nach Vorarbeit von Patrik Schick den Ausgleich. Dieser Junge begeistert mich zunehmend mit seiner Technik, Unbekümmertheit und Kreativität. Während andere noch überlegen, wohin sie passen sollen, hat Maza längst drei Gegenspieler ausgespielt.

Bis zur Pause blieb es allerdings ein zähes Stück Arbeit. Freiburg verteidigte geschickt, Bayer fehlte die letzte Konsequenz. Immerhin traf Schick den Pfosten. Nach dem Seitenwechsel wurde unsere Werkself stärker, kontrollierte zunehmend das Geschehen, ließ aber zunächst die nötige Durchschlagskraft vermissen.

Dann kam die 76. Minute. Maza ließ gleich drei Freiburger aussehen, als hätten sie ihre Fußballschuhe zum ersten Mal angezogen, und servierte Schick den Ball mustergültig. 2:1! Gleichzeitig ein historischer Treffer: Schick hat an jedem der ersten sechs Bundesligaspieltage getroffen. Vereinsrekord! Vielleicht sollten wir ihm künftig einfach vor Anpfiff ein Tor gutschreiben.

Natürlich hätten Tella und Maza anschließend alles entscheiden können. Aber warum das 3:1 machen, wenn man den eigenen Fans noch einen kleinen Herzinfarkt in der Nachspielzeit anbieten kann? Höler köpfte glücklicherweise knapp vorbei. Solche Nachlässigkeiten müssen wir dringend abstellen. Gegen stärkere Gegner kann das böse enden.

Trotzdem gefällt mir die Entwicklung unter Carles Martínez. Nach dem holprigen Saisonstart hatte ich durchaus Zweifel. Inzwischen greifen die Abläufe besser, das Pressing funktioniert und die Mannschaft zeigt Charakter. Nicht alles ist perfekt, aber die Richtung stimmt.

Jetzt warten Kreta und Hoffenheim. Zwei Auswärtsspiele, bei denen wir nachlegen können. Von Meisterschaftsträumen bin ich noch weit entfernt, aber dieser Werkself traue ich wieder einiges zu.

Drei Punkte, ein Schick-Rekord und ein überragender Maza. Ein gelungener Sonntag! Wenn wir künftig noch ohne Herzinfarkt gewinnen, wäre ich restlos zufrieden.

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