Samstag, 10. Oktober 2026

4:3 in Mainz – drei Punkte, aber warum muss Bayer es immer so spannend machen?

Manchmal fragt man sich als Bayer-Fan wirklich, warum diese Mannschaft einem das Leben unnötig schwer macht. Da führen wir nach gerade einmal neun Minuten in Mainz mit 2:0, haben den Gegner komplett im Griff und alles deutet auf einen entspannten Fußballnachmittag hin. Und was passiert? Zur Halbzeit steht es 2:2. Am Ende gewinnen wir zwar mit 4:3, aber statt eines souveränen Auswärtssiegs gibt es mal wieder reichlich Kopfschütteln.

Dabei fing alles so schön an. Robert Andrich, ausgerechnet bei seinem 200. Bundesliga-Einsatz, hämmert den Ball nach fünf Minuten traumhaft unter die Latte. Kurz darauf legt Patrik Schick nach und trifft damit tatsächlich in jedem der ersten fünf Saisonspiele. Das ist schon eine bemerkenswerte Leistung. Bayer spielte aggressiv, zielstrebig und ließ Mainz zunächst überhaupt nicht zur Entfaltung kommen. Genau so möchte man diese Mannschaft sehen.

Doch dann kam wieder das, was einen als Fan wahnsinnig macht: Bayer stellte das Fußballspielen zwar nicht komplett ein, nahm aber deutlich Tempo und Intensität heraus. Plötzlich war Mainz wieder im Spiel, bekam Räume und durfte sich Chancen erarbeiten. Dass Anthony Caci innerhalb von neun Minuten zweimal traf, war deshalb auch kein Zufall. Eine 2:0-Führung so leichtfertig aus der Hand zu geben, darf einer Mannschaft mit unseren Ansprüchen einfach nicht passieren.

Immerhin zeigte die Werkself nach der Pause die richtige Reaktion. Jarell Quansah brachte uns erneut in Führung, auch wenn man über das vorausgegangene Handspiel von Schick durchaus diskutieren konnte. Und dann kam Moussa Diaby. Sein Treffer zum 4:2 war nicht nur wunderschön, sondern auch ein schöner Moment nach seiner Rückkehr. Genau solche Aktionen haben wir von ihm vermisst.

Eigentlich hätte das Spiel damit erledigt sein müssen. Eigentlich. Aber Bayer wäre derzeit offenbar nicht Bayer, wenn man nicht auch noch in der Nachspielzeit einen Gegentreffer kassieren würde. Dass Mainz insgesamt 23 Torschüsse verbuchte und bei den erwarteten Toren sogar deutlich vorne lag, sollte Trainer Carles Martínez jedenfalls zu denken geben. Vier eigene Tore sind hervorragend, drei Gegentore aber schlicht zu viel.

Natürlich wollen wir nicht alles schlechtreden. Der erste Auswärtssieg der Saison ist eingefahren, Schick trifft zuverlässig, Diaby kommt wieder in Schwung und offensiv macht diese Mannschaft richtig Spaß. Außerdem steht Bayer nach fünf Spieltagen auf Platz vier. Das ist angesichts des holprigen Saisonstarts durchaus erfreulich.

Aber wir sollten uns vom Ergebnis nicht blenden lassen. Wer in der Bundesliga dauerhaft oben mitspielen will, muss solche Spiele kontrollierter nach Hause bringen. Gegen Mainz hat die individuelle Qualität gereicht, um die eigenen Schwächephasen zu überdecken. Gegen stärkere Gegner wird das nicht immer funktionieren.

Jetzt stehen mit Lech Posen und Freiburg die nächsten Aufgaben an, und die englischen Wochen haben gerade erst begonnen. Da wäre es schön, wenn die Werkself irgendwann auch mal einen Sieg einfährt, bei dem man die letzten Minuten entspannt auf dem Sofa verbringen kann.

Mein Fazit: Vier Tore geschossen, drei Punkte geholt, alles gut? Nicht ganz. Über den Sieg freue ich mich natürlich. Aber diese unnötige Wackelei muss endlich aufhören. Bayer hat genug Qualität, um solche Spiele souveräner zu gewinnen. Man muss sie nur auch über 90 Minuten auf den Platz bringen.

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